Glossar

Pflegeplanung

Mit der schriftlichen Erstellung eines individuellen Pflegeplans werden bei jedem Patienten, anhand seiner Symptome, dessen Pflegediagnosen sowie seine Ressourcen erfasst und die Pflegeziele mit den zur Erreichung notwendigen Maßnahmen festgelegt. Jeder an der Pflege des Patienten Beteiligte hat Einblick in die Planung und führt sie entsprechend der Vorgaben aus. Der individuelle Pflegeplan ist Teil der Pflegedokumentation, mit der der Pflegeerfolg bei einem bestimmten Patienten festgestellt oder auch die Gründe für ein eventuelles Nichterreichen von Pflegezielen erkennbar werden. Durch eine regelmäßige Anpassung von aktuellen Symptomen, daraus folgenden Zielen und Maßnahmen im Pflegeplan, soll die Qualität der Pflege verbessert werden. Die Kontinuität wird durch die einheitliche Versorgung nach dokumentierten Standards gesichert.

Wunddokumentation

Die Wunddokumentation wird im Rahmen des Wundmanagements (Verbandwechsel) durchgeführt und ist Bestandteil der pflegerischen und ärztlichen Dokumentation. Die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation dient der Behandlungssicherheit und hilft bei der Qualitätssicherung und Kontrolle. Fortschritte, Stagnation und Rückschläge in der Behandlung lassen sich sicher einschätzen und nachvollziehen. Behandlungsmaßnahmen können begründet und Therapien angepasst werden. Die Dokumentation ist gleichsam ein Durchführungsnachweis der angeordneten Maßnahmen und damit eine haftungsrechtliche Absicherung. Der Informationsfluss zwischen allen an der Pflege und Therapie beteiligten wird gesichert.

Pflegebedarf

"Der pflegerische Betreuungsbedarf und -aufwand ergibt sich aus der pflegerischen Bewertung der Gesundheitssituation eines Menschen (Ressourcen und Beeinträchtigungen), den formulierten und mit dem Betroffenen vereinbarten Pflegezielen und den daraus resultierenden Pflegemaßnahmen. Pflegediagnosen begründen den geplanten und/oder tatsächlich geleisteten Pflegeaufwand, da sie strukturierte Beschreibung der Situation von Menschen mit Pflegebedarf darstellt."
(Stefan ua., 2009, S. 8)

Mit Pflegebedarf wird die Summe der Tätigkeiten in Minuten pro Tag (oder einem anderen gewählten Zeitraum) beschrieben, bei denen teilweise Unterstützung oder vollständige Übernahme einer Tätigkeit durch Dritte erforderlich geworden ist oder beabsichtigt ist.

Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und in der Pflege umfasst alle Maßnahmen, die der Optimierung der Pflege bzw. der Versorgung der Patienten dienen (Pflegequalität). Dabei wird unterschieden zwischen "Strukturmerkmale", "Prozessmerkmale" und "Ergebnismerkmale der Pflegequalität." Analysiert werden die Rahmenbedingungen, die Abläufe, die Art und Weise wie die Dienstleistungen erbracht worden sind, sowie das "Ergebnis" bzw. neudeutsch das "Outcome", d. h. die Wirkung der Pflege auf die PatientInnen/KundInnen.

Zu unterscheiden sind internes und externes Qualitätsmanagement.

  • Interne Qualitätssicherung: Sicherung der Qualität und Definition erfolgt durch die berufsangehörigen Mitarbeiter der Einheit (Personen mit Examen in Gesundheits- und Krankenpflege in Deutschland bzw. Diplom für Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich)
  • Externe Qualitätssicherung: Die Qualitätskriterien werden nicht ausschließlich von der Berufsgruppe zugehörigen Personen festgelegt und durch Personen übernommen, die nicht in der Einheit beschäftigt sind. Diese Qualitätssicherung wird in Deutschland von den Kranken- und Pflegekassen übernommen (in Person des MDK - Medizinischer Dienst der Krankenkassen). In Österreich wird diese Aufgabe durch das Sozialministerium unterstützt und wird über ein eigens dafür ins Leben gerufenes Kompetenzzentrum der Sozialversicherungsanstalt der Bauern durchgeführt. Die gesetzliche Grundlage dafür wurde im Bundespflegegeldgesetz geschaffen. Im Rahmen von vereinbarten Hausbesuchen wird die konkrete Pflegesituation anhand eines standardisierten Situationsberichtes erhoben. Schwerpunkt dieser Aktion ist es, die oftmals bestehenden Informationsdefizite durch praxisnahe Beratung zu beheben und damit zur Verbesserung der Pflegequalität beizutragen. Zusätzlich werden pflegebedürftigen Menschen, die eine Förderung zur 24-Stunden-Betreuung erhalten oder beantragen und bei denen die Qualitätssicherung Fördervoraussetzung ist, Hausbesuche angeboten.

In einem qualitäts- und wettbewerbsorientierten Gesundheitswesen kommt insbesondere dem Patienten bzw. Heimbewohner eine Schlüsselrolle bei der Qualitätssicherung zu. Viele Pflegedienste legen deshalb Wert auf die Rückmeldung vom Kunden und bemühen sich um ein modernes und effektives Beschwerdemanagement.

Rahmenbedingungen in der 24 Stunden Betreuung

Die Rahmenbedingungen der häuslichen Pflege regeln unter anderem die Arbeits- und Ruhezeiten der Betreuer, Zahlungsmodalitäten, Hauswirtschaftliche Vereinbarungen im häuslichen Alltag (z.B. Einkäufe, Begleitung außerhalb des Hauses,....), Vereinbarungen, wenn die Betreuung nicht übernommen werden kann, was im Falle eines Krankenhausaufenthalts des zu Betreuenden zu geschehen hat, Preiszuschlag bei nächtlicher Betreuungsleistung, ....

Die Rahmenbedingungen werden vom Betreuungsanbieter und Betreuungssuchenden gemeinsam erstellt. Einige Agenturen bieten die Überwachung der vereinbarten Rahmenbedingungen durch ein Agenturmitglied an.

Personenbetreuer / Heimpfleger

Um einen Förderanspruch auf eine 24 Stunden Betreuung zu haben, muss die Betreuungskraft entweder:

  • eine theoretische Ausbildung, die im Wesentlichen der einer/es Heimhelferin/s entspricht (220 Stunden Theorie), haben oder
  • nachweisen, dass er/sie seit mindestens 6 Monaten die Betreuung eines Förderwerbers sachgerecht durchgeführt hat

oder

  • eine fachspezifische Ermächtigung (Zeugnis einer Pflegeausbildung vom Herkunftsland) zu pflegerischen Tätigkeiten vorlegen können.

Personenbetreuer/-innen in der 24 Stunden Betreuung dürfen auf Anordnung und unter Aufsicht des gehobenen Dienstes der Gesundheits- und Krankenpflege in der Pflege mitarbeiten. Um pflegerische Aufgaben übernehmen zu dürfen, bedarf es einer Delegation eines Arztes bzw. einer diplomierten Pflegefachkraft bezüglich dieser bestimmten Tätigkeit.

Heimhelfer (Österreich)

Heimhelfer unterstützen Menschen mit Beeinträchtigung in der Haushaltsführung und den Aktivitäten des täglichen Lebens im Sinne von Eigenaktivität und Hilfe zur Selbsthilfe (400 Stunden Ausbildung). Der Beruf des Heimhelfers kann um das Modul Unterstützung bei der Basisversorgung (140 Stunden Ausbildung) erweitert werden, wo nach Anordnung und unter Aufsicht des gehobenen Dienstes der Gesundheit- und Krankenpflege eine Mitarbeit in der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgen kann.

Pflegehelfer (Deutschland / Österreich)

Krankenpflegehelfer/in ist ein geregelter Gesundheitsberuf mit einjähriger Ausbildung (1600 Stunden). Sie wirken als Assistent/in des/der Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Sozialbetreuungsberufe mit zwei- oder dreijähriger Ausbildung beinhalten den Pflegehelfer (Österreich spezifisch).

Die Krankenpflegehelfer unterstützen bei deren Aufgaben wie zum Beispiel der Krankenbeobachtung oder dem Verbandswechsel. Sie übernehmen aber auch eigenverantwortlich Tätigkeiten der Pflege in Absprache mit der Krankenpflegerin oder dem Krankenpfleger. Zu den Aufgaben der Krankenpflegehelfer und Krankenpflegehelferinnen zählen etwa Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, Umbetten, Toilettengang, Blutdruckkontrolle, Puls und Temperaturmessung, Patientenbegleitung, Körperpflege, Richten der Betten und auch Dokumentation.

Teil der Pflegehilfe ist auch die soziale Betreuung von Pflegeempfängern und insbesondere in der Hauskrankenpflege auch die Durchführung von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Fachsozialbetreuer (Österreich)

Dieses Berufsbild umfasst die Pflegehilfe (Körperpflege, Mobilisation) sowie Aktivierungsmaßnahmen zur Förderung der Selbständigkeit und des kompetenten Umgangs mit Menschen mit Demenz (2400 Stunden Ausbildung).

Fachsozialbetreuer sind Fachkräfte für die Mitgestaltung der Lebenswelt von Menschen, die auf Grund von Alter, Behinderung oder schwierigen Lebenslagen in ihrer Lebensgestaltung benachteiligt sind. Sie verfügen über das Fachwissen um die vielfältigen Aspekte eines Lebens mit Benachteiligung und können eine breite Palette an Maßnahmen der Begleitung, Unterstützung und Hilfe in allen Fragen der Lebensgestaltung durchführen. Sie konzentrieren sich nicht ausschließlich auf die Pflege, sondern bündeln die Kompetenzen, die in der Begleitung von zu betreuenden Menschen im Alltag notwendig sind.

Heilerziehungspflege = HEP (Deutschland)

Heilerziehungspflege befasst sich als professionelles Berufsfeld mit der Assistenz, Beratung, Begleitung, Pflege und Bildung von Menschen mit physischen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen in einem ambulanten oder stationären Umfeld. Die in Deutschland landesrechtlich geregelt Ausbildung zum Heilerziehungspfleger dauert drei bis fünf Jahre und beinhaltet Elemente der Erziehung, Pädagogik, Psychologie, Krankenpflege, Logopädie, Medizin, Gesundheits-, Musik-, Gestaltungserziehung und Psychomotorik. Es ist keine therapeutische Ausbildung.

Heilerziehungspfleger arbeiten vorwiegend in Einrichtungen zur Eingliederung und Betreuung von Menschen mit Behinderungen, beispielsweise in Wohn- und Pflegeheimen. Darüber hinaus werden sie bei ambulanten sozialen Diensten, in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken oder an Förderschulen im Bereich der pädagogischen Freizeitbetreuung eingesetzt. Ein weiteres großes Wirkungsfeld ist die Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Pflegefachkraft oder auch staatlich geprüfte / diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/in (Deutschland und Österreich)

Die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in geht über einen Zeitraum von drei Jahren und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Gesundheits- und Krankenpflegeschulen.

Im Anschluss an die Grundausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten, sog. Fachweiterbildungen. Inzwischen gibt es für nahezu jede spezialisierte Richtung im Krankenhaus Fachweiterbildungen. Die bekanntesten sind die für die Bereiche Intensivpflege, Dialyse, Kinderkrankenpflege, Chirurgie, Onkologie, Anästhesie, Schmerztherapie, Intensivpflege und Psychiatrie.

Inhalte des praktischen und theoretischen Unterrichts sind:

Ermittlung des Pflegebedarfs unter Berücksichtigung sachlicher, personenbezogener und situativer Erfordernisse, Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patienten, Aufbau des menschlichen Körpers und Ablauf der verschiedenen Körperfunktionen, Krankheitsursachen und Krankheiten, Art und Weise der Assistenz bei Ärzten, Erste-Hilfe in Notfällen, Vor- und Nachbereitung von ärztlichen Maßnahmen, Operationen und Visiten, Krankheitsvorbeugung, Krankheitsdiagnose und -behandlung, Pflegetechniken, Einbeziehung des sozialen Umfelds der zu pflegenden Person, Gesundheitsvorsorge und Hilfen dazu, Beobachtung von Patienten und Dokumentation von Befunden, Blutentnahme, Vorbereitung von Röntgenuntersuchungen, Erstellung einer Fieberkurve, Erstellung von Pflegeplänen und -dokumentationen, Mitwirkung bei Rehabilitationskonzepten, Entwicklung und Umsetzung von Qualitätskonzepten, alters- und entwicklungsgerechte Durchführung von Pflegemaßnahmen, Kommunikation mit Patienten, die rechtlichen Rahmenbestimmungen in der Krankenpflege, Krisen- und Konfliktsituationen.

Muttersprachliche Ansprechperson:

Tauchen Probleme auf - egal welche - gibt es immer wieder Sprachbarrieren. Viele Themen sind einfacher geklärt, wenn die Emotionen nicht mehr ganz so hoch gehen (stell Dir vor es gibt Vorwürfe der Familie und die Betreuerin ist seit 14d durchgehend bei einer nachtaktiven, zu Aggressionen oder Angstzuständen leidenden Person oder die Familie beschränkt die Betreuerin in der Menge der Nahrung!!! - auch schon vorgekommen  - die Nerven liegen blank) und die Beteiligten von jemanden unterstützt werden, der die Sprache besser spricht, im besten Fall fachliche Kenntnisse sowie ähnlichen kulturellen Hintergrund hat.

Standardisierter Vermittlungsprozess:

In einem standardisierten Vermittlungsprozess werden Fragen zu verschiedenen Themen vorab geklärt. Dies soll einen möglichst harmonischen Start für den Betreuungsbeginn gewährleisten. Die Koordination des Einsatzes, entsprechend der benötigten Kompetenzen, wird dadurch erleichtert (beschleunigt).  Geprüft wird unter anderem:

  • Prüfung der rechtlich, formellen Voraussetzungen, um als freiberufliche Personenbetreuerin tätig zu sein (Meldenachweis, Dokumentenüberprüfung, Leumund...)
  • Überprüfung der Ausbildung und Praxisnachweise
  • Überprüfung und Einschätzung der Sprachkenntnisse
  • Abfragen von zusätzlichen Qualifikationen und Lebensgewohnheiten (Allergien, Raucher, Führerschein, Umgang mit Tieren,...)

Quellen

  • Stefan, Allmer, Schalek, Ebeerl, Hansmann, Jedelsky, Pandzic, Tomacek, Vencour, (20013): POP - Praxis Orientierte Pflegediagnostik. Wien: Springer Verlag
  • https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011026 (12/2015)
  • http://www.pflegeberufe-gesetz.de (12/2015)
  • https://de.wikipedia.org (12/2015)
  • http://www.pflegewiki.de (12/2015)
  • https://www.sozialministerium.at/site/Soziales/Pflege_und_Betreuung
  • http://www.gesetze-im-internet.de
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